Das Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber dazu, sich um den Arbeitsschutz im Betrieb zu kümmern, unabhängig von der Unternehmensgröße. Wie diese Verpflichtung konkret erfüllt wird, ist gesetzlich nicht starr vorgegeben: Bis zu 50 Beschäftigten kann der Unternehmer den Arbeitsschutz nach entsprechender Schulung im Rahmen des Unternehmermodells selbst mitgestalten, während größere Betriebe zwingend eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellen müssen – entweder als interne oder als externe Lösung nach § 5 ASiG.
Gerade für KMU ist der Kostenunterschied zwischen beiden Modellen oft der entscheidende Faktor, auch wenn er sich nicht allein an Zahlen festmachen lässt. Der zentrale Unterschied liegt in der Kostenstruktur: Eine interne Fachkraft verursacht feste Personalkosten, die unabhängig vom tatsächlichen Betreuungsbedarf anfallen, während eine externe Fachkraft grundsätzlich nach dem tatsächlichen Aufwand abgerechnet wird.
Bei einer internen Sifa entstehen neben dem laufenden Gehalt zusätzliche Kosten für Ausbildung, regelmäßige Fortbildung und die notwendige Ausstattung, die auch dann weiterlaufen, wenn der betriebliche Betreuungsbedarf gerade gering ist. Diese Fixkostenlast trägt ein Unternehmen dauerhaft, unabhängig davon, ob viel oder wenig Arbeitsschutzarbeit anfällt.
Eine
externe Fachkraft wird dagegen meist über einen Stundensatz oder eine
Betreuungspauschale vergütet, die sich am tatsächlichen Aufwand
orientiert. Dadurch zahlen Unternehmen im Kern nur für die Leistung, die
sie wirklich abrufen, statt eine vollständige Stelle vorzuhalten.
Kostenaspekt | Interne Sifa | Externe Sifa |
Kostenstruktur | Feste Personalkosten, unabhängig vom Bedarf | Bedarfsorientierte Abrechnung nach Aufwand |
Zusatzkosten | Ausbildung, Fortbildung, Ausstattung laufen dauerhaft mit | Entfallen weitgehend, da beim Dienstleister gebündelt |
Flexibilität bei Auftragsschwankungen | Gering, Stelle bleibt unabhängig von Auslastung bestehen | Hoch, Umfang lässt sich anpassen |
Planungssicherheit bei wachsendem Unternehmen | Neue Stelle nötig, wenn Bedarf steigt | Betreuungsumfang wächst mit, ohne Neueinstellung |
Für wachsende Unternehmen ist besonders dieser letzte Punkt relevant: Der Betreuungsumfang lässt sich mit steigender Mitarbeiterzahl stufenweise anpassen, ohne dass gleich eine komplette neue Stelle geschaffen werden muss. Das macht die externe Lösung besonders in Wachstumsphasen planbarer und risikoärmer als eine feste interne Struktur.
Ein Aspekt, der bei der reinen Kostenbetrachtung oft untergeht, ist die Verfügbarkeit der Fachkraft im Alltag. Bei einer internen Sifa können Krankheit, Urlaub oder Fluktuation schnell zu Betreuungslücken führen, weil das Fachwissen häufig auf eine einzelne Person konzentriert ist.
Externe Dienstleister sichern dagegen in der Regel eine garantierte Verfügbarkeit ab, meist ergänzt durch ein Vertretungssystem. Das Fachwissen bleibt dadurch auch bei Personalwechseln beim Dienstleister erhalten und geht dem Betrieb nicht verloren.
Für eine interne Sifa spricht vor allem die tiefe Kenntnis des eigenen Betriebs. Eine interne Fachkraft kennt Prozesse, Abläufe und die Unternehmenskultur aus erster Hand und kann dadurch oft schneller konkrete Gefährdungen und passende Maßnahmen erkennen.
Zusätzlich übernimmt eine interne Sifa häufig auch weitreichendere Aufgaben rund um die Systematisierung des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes, etwa bei Gefährdungsbeurteilungen, Erster Hilfe, Brandschutz oder Unterweisungen, die sich enger in das Tagesgeschäft integrieren lassen.
Für eine externe Fachkraft spricht vor allem die betriebliche Unabhängigkeit und Neutralität bei der Beurteilung von Gefährdungspotenzialen. Ein externer Blick kann "blinde Flecken" vermeiden, die durch jahrelanges Arbeiten im selben betrieblichen Umfeld entstehen können.
Externe Fachkräfte bringen zudem Erfahrung aus verschiedenen Branchen und Berufsgenossenschaften
mit und übernehmen häufig mehr als nur die formale Betreuungsrolle:
Unterstützung bei der rechtssicheren Dokumentation, Beratung zu
Präventionsmaßnahmen und Vorbereitung auf Audits von
Berufsgenossenschaften oder Behörden.
Kriterium | Interne Sifa | Externe Sifa |
Betriebskenntnis | Hoch, direkte Nähe zum Tagesgeschäft | Muss sich in den Betrieb einarbeiten |
Neutralität | Geringer, da Teil des Sozialgefüges | Hoch, unabhängiger Blick von außen |
Verfügbarkeit | Abhängig von einer Person | Meist mit Vertretungssystem abgesichert |
Kostenstruktur | Fixkosten unabhängig vom Bedarf | Bedarfsorientiert und skalierbar |
Ideal für | Größere Betriebe mit hohem, konstantem Betreuungsbedarf | KMU mit wachsendem oder schwankendem Bedarf |
Die Wahl zwischen interner und externer Fachkraft ist keine Grundsatzfrage, sondern eine wirtschaftliche und organisatorische Entscheidung, die vom individuellen Betreuungsbedarf abhängt. Wer Fixkostenlast, Ausfallrisiken und Skalierbarkeit realistisch gegeneinander abwägt, findet meist ein Modell, das sowohl rechtssicher als auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.
Für Unternehmen mit begrenztem Budget und wenig planbarem Wachstum ist die externe Lösung in der Regel die risikoärmere Wahl. Für etablierte KMU mit stabiler Mitarbeiterzahl und hohem, dauerhaftem Betreuungsbedarf kann sich der Aufbau einer internen Struktur dagegen langfristig auszahlen.
Wir verstehen die externe Fachkraft für Arbeitssicherheit nicht als reine Kostenersparnis, sondern als flexiblen Baustein, der sich mit Ihrem Unternehmen mitentwickelt. Statt starrer Vollzeitstrukturen bieten wir einen Betreuungsumfang, der sich am tatsächlichen Bedarf orientiert und mit wachsendem Unternehmen skalierbar bleibt.
Bei größeren Kunden setzen wir grundsätzlich auf ein Tandemmodell und ordnen die Sifas gezielt nach Branche und Fachwissen zu, damit die Betreuung fachlich möglichst passgenau ist. Für kleinere Kunden haben wir dagegen eigene, schlankere Konzepte entwickelt, die nicht überladen sind, sondern die wichtigsten Anforderungen zuverlässig und sauber abdecken.
Wenn Sie prüfen möchten, ob eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit für Ihr Unternehmen die wirtschaftlichere und zugleich fachlich fundierte Lösung ist, unterstützen wir Sie gerne im Rahmen unserer Betreuungsangebote.
Ja. Das Arbeitssicherheitsgesetz erlaubt beide Wege gleichermaßen. Die Wahl ist eine unternehmerische Entscheidung, keine rechtliche Einschränkung.
Eine interne Fachkraft verursacht feste Personalkosten unabhängig vom tatsächlichen Bedarf, während eine externe Fachkraft bedarfsorientiert nach Aufwand abgerechnet wird.
Vor allem für KMU mit begrenztem Budget, schwankendem Betreuungsbedarf oder wachsender Mitarbeiterzahl, da sich der Betreuungsumfang flexibel anpassen lässt.
Vor allem die tiefe Kenntnis betrieblicher Prozesse und Abläufe, die eine schnellere Erkennung konkreter Gefährdungen ermöglicht.
Bei einer internen Sifa entstehen dadurch oft Betreuungslücken. Externe Dienstleister sichern in der Regel eine garantierte Verfügbarkeit, meist über ein Vertretungssystem, ab.
Als Head of BECKER:GRUPPE
verantwortet Mathias Becker die strategische Ausrichtung und
Weiterentwicklung der gesamten Unternehmensgruppe und bringt dabei seine
operative Expertise direkt ein: als externer VEFK, Dozent für
Schaltberechtigung bis 36 kV und Arbeiten unter Spannung sowie als
erfahrener Sifa-Experte für mittelständische, Industrie- und
Pharma-Unternehmen.