Externe Fachkraft für Arbeitssicherheit: Kosten &… | BECKER GRUPPE
Mbecker hell von Mathias

Externe Fachkraft für Arbeitssicherheit: Wann sie sich wirklich lohnt

Für die meisten KMU ist eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit strukturell im Vorteil: Während eine interne Sifa feste Personalkosten unabhängig vom tatsächlichen Bedarf verursacht, richtet sich die externe Lösung nach dem realen Betreuungsaufwand und bleibt dadurch flexibler. Die Entscheidung ist jedoch keine reine Wirtschaftlichkeitsfrage. Sie hängt auch von Unternehmensgröße, Risikoprofil und davon ab, wie wichtig betriebliche Nähe gegenüber fachlicher Neutralität ist.

Interne und externe Sifa: Zwei rechtlich gleichwertige Wege

Das Arbeitssicherheitsgesetz verpflichtet jeden Arbeitgeber dazu, sich um den Arbeitsschutz im Betrieb zu kümmern, unabhängig von der Unternehmensgröße. Wie diese Verpflichtung konkret erfüllt wird, ist gesetzlich nicht starr vorgegeben: Bis zu 50 Beschäftigten kann der Unternehmer den Arbeitsschutz nach entsprechender Schulung im Rahmen des Unternehmermodells selbst mitgestalten, während größere Betriebe zwingend eine Fachkraft für Arbeitssicherheit bestellen müssen – entweder als interne oder als externe Lösung nach § 5 ASiG.

Der Kostenvergleich im Detail

Gerade für KMU ist der Kostenunterschied zwischen beiden Modellen oft der entscheidende Faktor, auch wenn er sich nicht allein an Zahlen festmachen lässt. Der zentrale Unterschied liegt in der Kostenstruktur: Eine interne Fachkraft verursacht feste Personalkosten, die unabhängig vom tatsächlichen Betreuungsbedarf anfallen, während eine externe Fachkraft grundsätzlich nach dem tatsächlichen Aufwand abgerechnet wird.

Bei einer internen Sifa entstehen neben dem laufenden Gehalt zusätzliche Kosten für Ausbildung, regelmäßige Fortbildung und die notwendige Ausstattung, die auch dann weiterlaufen, wenn der betriebliche Betreuungsbedarf gerade gering ist. Diese Fixkostenlast trägt ein Unternehmen dauerhaft, unabhängig davon, ob viel oder wenig Arbeitsschutzarbeit anfällt.

Eine externe Fachkraft wird dagegen meist über einen Stundensatz oder eine Betreuungspauschale vergütet, die sich am tatsächlichen Aufwand orientiert. Dadurch zahlen Unternehmen im Kern nur für die Leistung, die sie wirklich abrufen, statt eine vollständige Stelle vorzuhalten.

Kostenaspekt

Interne Sifa

Externe Sifa

Kostenstruktur

Feste Personalkosten, unabhängig vom Bedarf

Bedarfsorientierte Abrechnung nach Aufwand

Zusatzkosten

Ausbildung, Fortbildung, Ausstattung laufen dauerhaft mit

Entfallen weitgehend, da beim Dienstleister gebündelt

Flexibilität bei Auftragsschwankungen

Gering, Stelle bleibt unabhängig von Auslastung bestehen

Hoch, Umfang lässt sich anpassen

Planungssicherheit bei wachsendem Unternehmen

Neue Stelle nötig, wenn Bedarf steigt

Betreuungsumfang wächst mit, ohne Neueinstellung

Für wachsende Unternehmen ist besonders dieser letzte Punkt relevant: Der Betreuungsumfang lässt sich mit steigender Mitarbeiterzahl stufenweise anpassen, ohne dass gleich eine komplette neue Stelle geschaffen werden muss. Das macht die externe Lösung besonders in Wachstumsphasen planbarer und risikoärmer als eine feste interne Struktur.

Verfügbarkeit und Ausfallrisiko

Ein Aspekt, der bei der reinen Kostenbetrachtung oft untergeht, ist die Verfügbarkeit der Fachkraft im Alltag. Bei einer internen Sifa können Krankheit, Urlaub oder Fluktuation schnell zu Betreuungslücken führen, weil das Fachwissen häufig auf eine einzelne Person konzentriert ist.

Externe Dienstleister sichern dagegen in der Regel eine garantierte Verfügbarkeit ab, meist ergänzt durch ein Vertretungssystem. Das Fachwissen bleibt dadurch auch bei Personalwechseln beim Dienstleister erhalten und geht dem Betrieb nicht verloren.

Wann die interne Lösung trotzdem sinnvoll ist

Für eine interne Sifa spricht vor allem die tiefe Kenntnis des eigenen Betriebs. Eine interne Fachkraft kennt Prozesse, Abläufe und die Unternehmenskultur aus erster Hand und kann dadurch oft schneller konkrete Gefährdungen und passende Maßnahmen erkennen.

Zusätzlich übernimmt eine interne Sifa häufig auch weitreichendere Aufgaben rund um die Systematisierung des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes, etwa bei Gefährdungsbeurteilungen, Erster Hilfe, Brandschutz oder Unterweisungen, die sich enger in das Tagesgeschäft integrieren lassen.

Wann die externe Lösung besonders überzeugt

Für eine externe Fachkraft spricht vor allem die betriebliche Unabhängigkeit und Neutralität bei der Beurteilung von Gefährdungspotenzialen. Ein externer Blick kann "blinde Flecken" vermeiden, die durch jahrelanges Arbeiten im selben betrieblichen Umfeld entstehen können.

Externe Fachkräfte bringen zudem Erfahrung aus verschiedenen Branchen und Berufsgenossenschaften mit und übernehmen häufig mehr als nur die formale Betreuungsrolle: Unterstützung bei der rechtssicheren Dokumentation, Beratung zu Präventionsmaßnahmen und Vorbereitung auf Audits von Berufsgenossenschaften oder Behörden.

Kriterium

Interne Sifa

Externe Sifa

Betriebskenntnis

Hoch, direkte Nähe zum Tagesgeschäft

Muss sich in den Betrieb einarbeiten

Neutralität

Geringer, da Teil des Sozialgefüges

Hoch, unabhängiger Blick von außen

Verfügbarkeit

Abhängig von einer Person

Meist mit Vertretungssystem abgesichert

Kostenstruktur

Fixkosten unabhängig vom Bedarf

Bedarfsorientiert und skalierbar

Ideal für

Größere Betriebe mit hohem, konstantem Betreuungsbedarf

KMU mit wachsendem oder schwankendem Bedarf

Worauf KMU bei der Entscheidung achten sollten

Die Wahl zwischen interner und externer Fachkraft ist keine Grundsatzfrage, sondern eine wirtschaftliche und organisatorische Entscheidung, die vom individuellen Betreuungsbedarf abhängt. Wer Fixkostenlast, Ausfallrisiken und Skalierbarkeit realistisch gegeneinander abwägt, findet meist ein Modell, das sowohl rechtssicher als auch betriebswirtschaftlich sinnvoll ist.

Für Unternehmen mit begrenztem Budget und wenig planbarem Wachstum ist die externe Lösung in der Regel die risikoärmere Wahl. Für etablierte KMU mit stabiler Mitarbeiterzahl und hohem, dauerhaftem Betreuungsbedarf kann sich der Aufbau einer internen Struktur dagegen langfristig auszahlen.

Unser Ansatz bei der BECKER:GRUPPE

Wir verstehen die externe Fachkraft für Arbeitssicherheit nicht als reine Kostenersparnis, sondern als flexiblen Baustein, der sich mit Ihrem Unternehmen mitentwickelt. Statt starrer Vollzeitstrukturen bieten wir einen Betreuungsumfang, der sich am tatsächlichen Bedarf orientiert und mit wachsendem Unternehmen skalierbar bleibt.

Bei größeren Kunden setzen wir grundsätzlich auf ein Tandemmodell und ordnen die Sifas gezielt nach Branche und Fachwissen zu, damit die Betreuung fachlich möglichst passgenau ist. Für kleinere Kunden haben wir dagegen eigene, schlankere Konzepte entwickelt, die nicht überladen sind, sondern die wichtigsten Anforderungen zuverlässig und sauber abdecken.

Wenn Sie prüfen möchten, ob eine externe Fachkraft für Arbeitssicherheit für Ihr Unternehmen die wirtschaftlichere und zugleich fachlich fundierte Lösung ist, unterstützen wir Sie gerne im Rahmen unserer Betreuungsangebote.

Ja. Das Arbeitssicherheitsgesetz erlaubt beide Wege gleichermaßen. Die Wahl ist eine unternehmerische Entscheidung, keine rechtliche Einschränkung.

Eine interne Fachkraft verursacht feste Personalkosten unabhängig vom tatsächlichen Bedarf, während eine externe Fachkraft bedarfsorientiert nach Aufwand abgerechnet wird.

Vor allem für KMU mit begrenztem Budget, schwankendem Betreuungsbedarf oder wachsender Mitarbeiterzahl, da sich der Betreuungsumfang flexibel anpassen lässt.

Vor allem die tiefe Kenntnis betrieblicher Prozesse und Abläufe, die eine schnellere Erkennung konkreter Gefährdungen ermöglicht.

Bei einer internen Sifa entstehen dadurch oft Betreuungslücken. Externe Dienstleister sichern in der Regel eine garantierte Verfügbarkeit, meist über ein Vertretungssystem, ab.

Mbecker hell

Über Mathias

Als Head of BECKER:GRUPPE verantwortet Mathias Becker die strategische Ausrichtung und Weiterentwicklung der gesamten Unternehmensgruppe und bringt dabei seine operative Expertise direkt ein: als externer VEFK, Dozent für Schaltberechtigung bis 36 kV und Arbeiten unter Spannung sowie als erfahrener Sifa-Experte für mittelständische, Industrie- und Pharma-Unternehmen.

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